Krisenquartett
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Jugendarbeitslosigkeit

Wir haben für unser Spiel die Jugendarbeitslosigkeit in Prozent für das Jahr 2013 genommen. Als Quelle dienen uns dabei die Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)[1], einer Teilorganisation der UNO. Da die Jugendarbeitslosigkeit von Weißrussland bei der ILO nicht erfasst ist, haben wir hier auf Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO)[2] zurückgegriffen. Die Zahlen sind erschreckend hoch. Unsere Recherche hat Jugendarbeitslosigkeit in der Höhe von 40% (Italien), 47% (Bosnien) oder 55,5% (Spanien) ergeben. Und seitdem sind die Zahlen noch gestiegen. Daran konnten auch die Gipfel gegen Jugendarbeitslosigkeit nichts ändern.[3]

Aber zurück zum Anfang: Als jugendliche Arbeitslose gelten diejenigen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt sind, über keinen Arbeitsplatz verfügen, aber sich auf Arbeitssuche befinden. Jugendarbeitslosigkeit entsteht vor allem an dem Lebenspunkt, wenn Jugendliche nach abgeschlossener Schul- oder Lehrausbildung keinen Ausbildungsplatz finden. Als in der Krise die Wirtschaft der Eurozone in die Rezession gerutscht ist, hat das auch die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordniveau getrieben.[4] Betroffen davon sind am stärksten die Jugendlichen. Durch befristete und nicht verlängerte Beschäftigungsverhältnisse wird dieses Phänomen noch verstärkt. Weitere Problemlagen junger Menschen am Arbeitsplatz sind unbezahlte Praktika[5] und prekäre Arbeitsverhältnisse.[6]

Die verlorene Generation

Seit Beginn der globalen Finanzkrise hat die weltweite Zahl der Arbeitslosen um 30 Millionen Menschen zugenommen und somit die 200-Millionen-Grenze überschritten.[7] Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO)[8] hat errechnet, dass im Februar 2013 mehr als 26,3 Millionen Menschen in der EU arbeitslos waren. Das sind um 10,2 Millionen mehr Arbeitslose 2008 zu Beginn der Krise. Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit erhöht laut derselben Studie auch die Wahrscheinlichkeit von sozialen Unruhen.[9] Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz sieht in der Jugendarbeitslosigkeit mittlerweile das größte Problem der Eurozone.[10] Die arbeitslosen Jugendlichen selbst werden inzwischen die verlorene Generation genannt.[11]

Ein weiteres Phänomen der krisenbedingten Jugendarbeitslosigkeit ist die verstärkte Arbeitsmigration in Europa. Da viele junge Menschen in ihren Ländern keine Perspektive mehr sehen, verlassen sie das Land um sich wo anders ein neues Leben aufzubauen. Das betrifft vor allem die Menschen aus Südeuropa[12] und aus Osteuropa[13]. Aber auch die nordeuropäischen Länder Island[14] und Irland[15] bleiben nicht verschont. Der Umgang mit den Migrationszahlen ist inzwischen Interpretationssache. Die krisengeplagte irische Regierung sieht in der Auswanderungswelle sinkende Arbeitslosenzahlen und sinkende Kosten für die Sozialversicherung.[16] In Spanien wiederum sieht sich die Regierung mit den Vorwurf konfrontiert, die Massenauswanderung zu beschönigen.[17] Für die betroffenen Länder stellt die Abwanderung junger, gut ausgebildeter Arbeitskräfte einen erheblichen Talenteverlust (Braindrain) dar, auf den sie in Jahren eines Aufschwungs nicht mehr zurückgreifen können. Für die jungen Menschen selbst ist eine längere Zeit der unfreiwilligen Abseitslosigkeit ein massiver negativer Eingriff in die eigene Lebensgestaltung. Millionenfach.

Datenquellen für die Jugendarbeitslosigkeit im Quartettspiel:

  1. Internationale Arbeitsorganisation
  2. Wirtschaftskammer Österreich

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